Lieber Onkel Emma,
ich schreibe dir,
weil Schweigen sich falsch anfühlt
seit diesem Sonntag.
Seit die Welt ohne dich
ein bisschen unsicherer wirkt.
Du warst mein Emmabär.
Groß. Stark.
Und doch der weichste Mensch,
wenn es um mein Herz ging.
Schon als Kind wusste ich:
Egal, wer geht.
Egal, wer mich nicht sieht.
Du bleibst.
Und so war es.
Wenn andere verschwanden,
standest du plötzlich da –
ohne großes Gerede,
ohne Bedingungen.
Einfach da.
Du hast meine Zweifel nie diskutiert.
Du hast sie weggelächelt.
Mit diesem Blick, der sagte:
„Du bist gut. Genau so wie du bist.“
Und plötzlich war ich es auch.
Mit dir konnte ich lachen,
so richtig,
bis alles Schwere leichter wurde.
Du hattest dieses Talent,
aus dunklen Tagen
helle Momente zu machen.
Und wie du dich gekümmert hast.
Um Oma Mutti.
Bis zum Schluss.
Auch als es anstrengend wurde.
Auch als es weh tat.
Du bist geblieben.
So wie immer.
Es tröstet mich,
dass du am Ende nicht allein warst.
Dass Liebe um dich war.
Warme Hände.
Vertraute Stimmen.
Das gibt mir Frieden.
Ich vermisse dich.
Deine Größe.
Dein Lachen.
Dein „Alles wird gut“.
Aber ich verabschiede mich nicht für immer.
Das fühlt sich nicht richtig an.
Wir sagen nicht Lebewohl.
Wir sagen:
Bis irgendwann.
Und ich glaube ganz fest daran.
Ich hab dich unendlich lieb.